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Gibt es einen "Mathe-Instinkt" - und was versteckt sich hinter der "Straßenmathematik"? Das sind Fragen, denen Keith Devlin in seinem im Klett-Cotta-Verlag
erschienen Buch nachgeht, 19,50 Euro, ISBN: 3-608-94120-7
Mitten im Leben sind wir von Mathe umgeben. Ein Hund will eine Frisbee-Scheibe fangen. Um sein Spielzeug mit den Augen zu verfolgen, läuft er nicht direkt unter ihm her und verrenkt sich dabei schmerzhaft den Kopf. Vielmehr hetzt er seitlich im Bogen voran, kann so die Flugbahn problemlos verfolgen - und ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Beherrscht der Hund Differentialrechnung? Obwohl das eher unwahrscheinlich ist, wählt der Mathematikprofessor Keith Devlin dieses und zahlreiche andere Beispiele aus der Natur, um den "Mathe-Instinkt" zu vermitteln. Sie sind vergnüglich oder spannend zu lesen, auch wenn dabei sozusagen "der Schwanz mit dem Hund wedelt", sprich, die Tiere wohl eher ihrer Erfahrung und den im Universum allgegenwärtigen Gesetzen der Physik gehorchen - und nur wir Menschen gelernt haben, das Ganze mathematisch zu beschreiben. Aber der Zweck mag die Mittel heiligen. Nachdenkenswert hingegen ist der zweite Teil des Buches, der sich um "Straßenmathematik" dreht. Ein Beispiel: Auf brasilianischen Märkten arbeiten Kinder, die kaum je eine Schule besuchen konnten - und trotzdem rechnen sie auf für uns verschlungenen Wegen aus, wie viel fünf Melonen kosten und wieviel Wechselgeld der Kunde bekommt. Mathematik "an sich" ist also gar nicht so schwer, so fremd, wie es uns manchmal erscheint. |