Die WPK wurde 20
20 Jahre WPK - das ist selbstverständlich ein Grund zum Feiern. Und so trafen sich am 14. Juli in der Münchner Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft rund 200 Festgäste, um den runden Geburtstag der Wissenschafts-Pressekonferenz gebührend zu feiern. Mit von der Party war auch Bundesforschungsministerin Annette Schavan, der es offenbar so gut bei der WPK gefiel, dass sie bis spät in der Nacht unter den Festgästen weilte. Allerdings wurde sie nicht auf der Tanzfläche gesehen, die ab 22 Uhr von fröhlichen WPK-Mitgliedern intensiv genutzt wurde. Begonnen hatte die Veranstaltung gegen 19 Uhr ein klein wenig offizieller - mit einer Begrüßung durch Dr. Bernd Wirsing von der Max-Planck-Gesellschaft, Ansprachen, Rückblicken, Danksagungen und drei wissenschaftlichen Vorträgen, von denen sich einer als recht außergewöhnlich entpuppte. Christiane Götz-Sobel kündigte die drei Referenten respektvoll an: den Philosophen Professor Jürgen Mittelstraß, den Hirnforscher Professor Wolf Singer sowie als ersten Redner den Soziologen Dr. Werner Sparf. Die ersten PowerPoint-Seiten seiner Präsentation waren so, wie man sie von einem Soziologen wohl erwarten dürfte. Dann driftete er aber immer mehr in unverständliches, pseudo-wissenschaftliches Kauderwelsch ab, so dass die ersten Zuschauer bereits abschalteten. Als dann der vermeintliche Dr. Sparf aber mit seinem Finger Funken aus dem Mikrofon an seinem Stehpult zog, wurde den allermeisten klar: dieser Vortrag ist ein Fake, eine Parodie auf die Wissenschaft, ein schöner Spaß. Sparf outete sich als Thomas Fraps, ein Physiker, der der Fachwissenschaft den Rücken kehrte und sich für den Beruf des Zauberers entschieden hat. Statt eines Vortrags gab es nun also verblüffende Zauberei. Nach dieser angenehmen Lockerungsübung für die Hirnzellen der Festgäste gab es dann doch zwei brillante Fachvorträge über die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit - verständlich und überaus spannend.
Zu jeder Jubiläumsveranstaltung eines Vereins gehört natürlich auch das Bilanzieren und Danksagen. Zwanzig Jahre WPK - das bedeutet mehr als 850 Veranstaltungen mit 2072 Experten und 8450 Teilnehmern. Ein schöner Erfolg, den man zu Recht feiern darf. Zeit für gute Gespräche, dazu verblüffende Zauberkunststücke und ein Parkett für Tänzer.... Niemand der Gäste hat bereut, diesen Abend bei der WPK verbracht zu haben. (Norbert Lossau)